Eine Sense blitzt durchs gelbe Roggenfeld,
Schwung und Schlag, die vollen Ähren rauschen, fallen.
Durch die Furchen stapft vom Hof ein braunes Dirnlein,
Bringt dem fleißigen Schnitter Bier im Krug und Frühbrot;
Mit dem Schürzchen spielt der Wind und mit dem Röckchen
Und dem bunten Kopftuch. Schon aus Flimmerferne
Hört die Kleine Sirr und Surr der raschen Sense,
Und je näher sie dem Ziel, je mehr verzögern
Ihre Schritte sich, die jungen Pulse fliegen,
Und der warme, schwere Sommerduft der Reife
Macht ihr kleines heißes Mädchenherz beklommen.
Erntefest
Sprüche, Gedichte, Zitate und Weisheiten für die Rede beim Erntefest.
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Neigt euch, Ähren,
neigt euch dem Tod,
dass wir uns nähren
von eurem Brot!
Einer dem andern,
eiserner Zwang.
Wir alle wandern
den gleichen Gang.
Ein sondrer Schnitter
steht hinter uns auf,
sein Messer ist bitter,
mäht alles zuhauf.
Wer es erleidet,
weiß nicht warum.
Der Schnitter schneidet
fraglos und stumm.
Sind wir die Ähren?
Sind wir das Brot?
Wen sollen wir nähren?
Einzig den Tod.
„Unser tägliches Brot gib uns heute“,
das beten wir jeden Tag,
und unser Tisch ist gedeckt.
Wir können dir danken, Gott.
„Unser tägliches Brot gib uns heute“,
das beten viel Mensche auf der ganzen Welt,
aber bei vielen ist der Tisch nicht gedeckt.
Sie können nicht danken.
„Unser tägliches Brot gib uns heute“,
das beten wir nicht nur für uns.
Hilf uns, Gott, daß wir dein tägliches Brot
verteilen helfen, wo es nötig ist,
und alle dir danken können.
Alle guten Gaben,
alles, was wir haben,
kommt, o Gott von dir.
Dank sei dir dafür.
Herr, segne diese Speisen,
gib ein zufrieden Herz
und lass uns stets dich preisen
in Freude wie im Schmerz.
Lass uns, Herr, beim Trinken, Essen
deiner Güte nicht vergessen.
Teil uns deine Gaben aus,
füll mit Frieden Herz und Haus.
Ob wir trinken, ob wir essen
lass uns dich, Herr nicht vergessen,
dich, der Leib und Seele speist,
Vater, Sohn und Heilger Geist.
O Gott, von dem wir alles haben,
wir preisen dich für deine Gaben.
Du speisest uns, weil du uns liebst;
O segne auch, was du uns gibst.
Zwei Dinge, Herr, sind not,
die gib nach deiner Huld:
gib uns das täglich Brot,
vergib uns unsre Schuld.
Ein Samenkorn – ein Wunder!
Ins Erdreich fällt’s hinunter
und fängt dort im Geheimen
auch bald schon an zu keimen.
Im Körnlein schlummern Kräfte,
da wirken Lebenssäfte;
hervor sprießt eine Pflanze:
Ein Kunstwerk ist das Ganze!
Von all den vielen Samen
weiß ich nur wenig Namen,
weshalb ich mich bescheide,
zu reden von Getreide!
Schon viel zu sagen wäre
zu Wurzel, Halm und Ähre;
vor allem: Wer kann Leben,
Gestalt und Wachstum geben?
Das ist ein großer Meister.
Gott ist’s, und Schöpfer heißt Er.
Auf wunderbare Weise
sorgt Er für unsre Speise,
gibt Brot aus Weizen, Roggen,
aus Hafer feine Flocken,
schenkt Fülle an Getreide,
dass keiner Mangel leide!
Wenn Gott nichts wachsen ließe,
dass es der Mensch genieße –
wir würden bald verderben,
vor Hunger elend sterben!
Doch der einst sprach: „Es werde!“,
schafft Nahrung aus der Erde,
gibt Frucht und wieder Samen,
drum rühm‘ ich seinen Namen!
Von deinen Quellen leben wir,
aus deinen Strömen geben wir
die Schalen dankerfüllt zurück.
Dein junges Volk an den Altären
kniet vor dir, König der Ehren,
und dankt dir für sein Heil und Glück.
Auf deinen Straßen gehen wir,
in deinem Leben stehen wir,
solang dein Tag uns wirken heißt.
Die Welt lebt nur von deinem Schenken;
du kannst wie Wasserbäche lenken
der Menschen Herz nach deinem Geist.
Von deiner Gnade singen wir,
und Dankesopfer bringen wir
zu deinem Kreuz auf den Altar.
Wärst du nicht unsern Tod gestorben,
wir wär’n im andern Tod verdorben;
nun sind wir deine freie Schar.
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